Irgendwann im Frühjahr 2022 haben wir uns für die Cochemer Reichsburg als Location für unsere Trauung entschieden. Das war ein Anfang. Danach konnten wir uns über die Feierlichkeiten Gedanken machen. Gut, dass wir mit Burkhards Cousin Peter einen Ortskundigen am Start haben, der sich bestens auskennt und uns schon ein paar Vorschläge machen würde.
Aber mit der Gastronomie ist das so eine Sache in Cochem. Die ist natürlch in erster Linie auf den Tagestourismus abgestellt. Und gute Lokale haben am Ende der Corona-Pandemie schlichtweg ein Personalproblem. Die Außenterassen bleiben, das haben wir im Sommer selbst erlebt, oftmals geschlossen, weil sich keine Leute zum Bedienen finden. Wir hatten eine Hochzeit für den September zu planen. Kein Mensch konnte uns sagen, ob wir mit gutem Wetter rechnen können oder nicht. Gerne wollten wir natürlich draußen feiern, aber wir brauchten auch eine Alternative für drinnen.
Gerne wären wir Peters Vorschlag gefolgt und hätten in der Alten Gutsschänke gefeiert. Der Wirt ist wie Peter ein Bremmer und der hat verdammt guten Wein zu zivilen Preisen. Auf Anfrage von Peter wusste dieser dann aber nicht, ob er im September überhaupt noch leben würde. Eine solche Reservierung wolle er nicht annehmen.
Von Steffi und Carsten haben wir dann den Tipp bekommen, uns das Weinhaus Bach in Cochem-Sehl einmal anzuschauen. Gesagt getan. Der Jung-Winzer Daniel betreibt eine urige Straußwirtschaft. Im Verlauf des Gespräches haben wir dann erfahren, dass es auch die Möglichkeit gibt, auf der anderen Moselseite mitten im Weinberg mit Blick auf die Burg zu feiern. Da mussten wir nicht zweimal überlegen. Wir hatten die Möglichkeit gefunden, bei gutem Wetter im Weinberg und bei schlechtem Wetter in der Straußwirtschaft zu feiern.
Heute ist natürlich gutes Wetter! Also bringt der von uns angemietete Bus unsere Gäste rüber an den Brauselay in Cochem-Cond. Noch wissen die Leute nicht wirklich, was sie dort erwartet.
Vesper im Weinberg Rustikale Brotzeit mit Blick auf die Burg
Gutes Wetter? Nein! Was schreiben wir da? Wir haben Kaiserwetter!!!
Daniel erwartet die erstaunten Gäste. Während wir alle Sekt geschlürft haben, hat er schon alles vorbereitet. Die Biertischgarnituren (oder sollte man vielleicht besser die Weintischgarnituren sagen?) sind bereits aufgebaut. Pavillons halten die direkte Sonneneinstrahlung fern. Auf den Tischen ist eine typische Winzermahlzeit angerichtet, und der kühle Wein steht zum Einschenken bereit.
Bier gibt es nicht! Das haben wir so entschieden. Es gibt Wein, Traubensaft und Wasser. Sonst nix! Wir hätten auch Bier haben können. Wir hätten aber auch in einem Kneipensaal mit Alleinunterhalter an der Orgel feiern und nach dem Essen lustige Spielchen machen können. Hätten wir auch. Aber das wären nicht wir gewesen!
Gute drei Stunden halten wir uns hier auf, bevor wir die Location wieder wechseln. Ewig können wir hier nicht bleiben. Wie Ihr Euch leicht vorstellen könnt, gibt es hier im Weinberg weder Strom noch fließendes Wasser. Mit den Toilettengängen ist das hier so eine Sache. Nicht jedermanns Sache halt. Und im Brautkleid ist das sowieso schwierig.
Wie sagte Bines Kollege Miguel:"Das ist ja wie im Rosamunde-Pilcher-Film hier!" Abschließend können wir berichten, dass auch Hardcore-Biertrinker Gefallen an unserer Entscheidung gefunden haben. Wir haben die Begeisterung unserer Gäste spüren können. Es war halt ein wenig anders. Wir eben!
